Die Strecke nach Milford Sound ist wirklich atemberaubend. Schöner Gebirgsbach umgeben von riesigen steilen Bergen und Felswänden. Und dann gibt’s da noch den Homer Tunnel, der sicherlich Bestnoten in jeden ADAC Tunneltest bekommen würde. Er ist ziemlich steil, hat keine Notausgänge und die Beleuchtung ist quasi nicht vorhanden. Dafür hat unser Hyundai Accent aber Bi-Xenon Scheinwerfer der Extraklasse – nicht. Nachdem wir ein paar Meter durchs schwarze Nichts gefahren sind meinte Olli ich solle unser Licht an machen. Hatte ich aber schon. Ganz so schlimm war’s dann aber doch nicht, da wir halt den Rücklichtern der anderen Autos gefolgt sind. Am Hafen angekommen, haben wir dreist bei irgend einem Regierungsgebäude geparkt um die 20 Neuseeland-Dollar für den Standard-Parkplatz zu umgehen. Die Bootsfahrt war auch echt gut, zumal wir top Wetter hatten. Nur die Wasseroberfläche war nicht glatt genug, dass sich die steile Berge im Wasser gespiegelt hätten. Trotzdem cool, wegen der Wasserfälle und der fast 2000 Meter hohen Berge um einen herum. Außerdem haben wir noch Seehunde gesehen und die Sicht auf ein paar Gletscher war auch noch frei. Auf dem Rückweg zum Auto hat uns dann noch ein Franzose gefragt, ob wir ihn mitnehmen können. Glücklicher Weise haben wir zugesagt, so konnte er beim anschließenden Anschieben des Autos helfen (ich habe vergessen das Licht auszumachen). Auf der Fahrt nach Te Anau ist uns ein LKW entgegen kommen. Nichts ungewöhnliches eigentlich. Er war ziemlich schnell. Auch nichts ungewöhnliches, zumal alle neuseeländischen LKW Fahrer eine Ralley oder Formel1 Lizenz haben. Als er dann allerdings an uns vorbei gefahren ist, hat er unserer Windschutzscheibe einen Steinschlag mitgegeben. Einen der übleren Sorte. Der Stein war so groß wie eine genmanipulierte Ofenkartoffel und die Scheibe ist so arg gesprungen, dass Glas in den Innenraum gefallen ist. Wir haben uns ordentlich erschrocken, sind aber einfach weiter gefahren. Der längste Riss in der Scheibe ist ca. 30cm lang. An der nächsten Tankstelle habe ich den Sprung aber fachmännisch mit Sekundenkleber geklebt. Da kann also nichts mehr passieren =) Carglass hätte es auch nicht besser gemacht. Und deren Spezialkleber hätte auch nicht mehr genützt, weil der Sprung so groß ist, dass man die ganze Scheibe austauschen muss. Wir kümmern uns dann in Dunedin darum. Ist halt ärgerlich, weil es bestimmt ganz schön teuer wird. Übernachtet haben wir in Te Anau. Der Typ hinter der Theke war stolzer Teilnehmer des jährlichen Nude Homer Tunnel Runs =) Sehr schön. Wir haben nur noch gekocht, gelesen und sind dann schlafen gegangen.
Dieser Blog beschreibt mein Work and Travel Abenteuer in Neuseeland. Vielleicht können auch andere Leute, die auch mit einem Working Holiday Visum nach Neuseeland kommen, davon profitieren und den ein oder anderen Tipp daraus entenehmen. Ansonsten dient die Seite vor allem den Freuden und Verwandten, die daheim geblieben sind =)
Donnerstag, 16. Februar 2012
Von Te Anau nach Catlins
Sonderlich weit sind wir heute nicht gekommen, weil es ziemlich viel zu sehen gibt. Vor allem in den Catlins. Bluff haben wir ausgelassen, da gibt es die berühmten Bluff-Austern. Aber da ich Austern eh nicht mag, hätten mich Bluff-Austern wahrscheinlich auch nicht vom Hocker gerissen. Von Invercargil sind zum Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel gefahren. In Waikawa haben wir ein schnuckeliges Hostel gefunden, das gerade einmal 4 Doppelzimmer hat. Abends sind wir zur Curio Bay gefahren, wo man Gelb-Augen Pinguine dabei beobachten kann wie sie aus dem Wasser latschen. Ich glaube Gelb-Augen Pinguine sind die seltensten Pinguine der Welt und nur in Neuseeland ansässig. War echt lustig sie in freier Natur zu sehen. Nachdem Abendessen bin ich noch einmal dorthin gefahren und konnte noch ein paar bessere Bilder machen. Morgen gehen wir endlich mal wieder surfen! Und zwar nicht irgendwo, sondern in der Porpoise Bay. Das besondere daran ist, dass man anscheinend von den kleinsten und seltensten Delfinen der Welt, den Hector Delfinen, umkreist wird! Einen Seelöwen, der mit einem herumschwimmt gibt es dort zur Zeit auch noch. Wird also bestimmt klasse!
Chiller Tag in Queenstown
Heute nichts gemacht. Außer die billigste Bootstour durch den Milford Sound (so eine Fjördlandschaft) gebucht. Morgen Mittag geht’s los.
Kawarau Bungee Jump, Queenstown
Beim Frühstück habe ich eine knappe Stunde gebraucht um meine 2 Nutella Toasts hinunter zu würgen. Danach ging es auch schon los. Wir wurden mit einem Bus abgeholt und nach einer 20 minütigen Fahrt, während der sich mein Puls zum Glück wieder gefangen hat, waren wir da. An der Kawarau Bridge. An jenem Ort, an dem das kommerzielle Bungee Jumpen erfunden wurde. 1988 – in meinem Geburtsjahr. Da schließt sich der Kreis. Genug drum rum geredet. Wir wurden gewogen und haben danach ausgeschnickt wer zuerst darf. Olli hat gewonnen. Also musste ich das Übel erst noch mit anschauen und filmen. Schön war’s. Gute Haltungsnoten für Olli. Dann war ich an der Reihe. Am meisten Angst hatte ich eh davor dass ich vom bouncen spucken muss. Schließlich wird mir ja sogar in der Achterbahn und auf einer Schiffsschaukel schlecht. Aufgeregt war ich natürlich schon. Aber am Abend und Morgen davor, war ich aufgeregter als auf der Absprungplattform. Nachdem man von einem freundlichen Menschen das Seil um die Füße gegurtet gekriegt hat muss man nur noch nach ganz vorne auf die Plattform hüpfen. Danach wird noch zwei mal mehr oder weniger siegessicher in die Kameras gewunken und nach einem kurzen THREE – TWO – ONE macht man dann seinen Sprung ins nichts. So lief’s. Meine Haltungsnoten dürften auch bestens gewesen sein, aber wenn man selber springt konzentriert man sich womöglich nicht nur auf seine Haltung. Nach ein paar Sekunden ist der 180 NZD Spaß auch schon vorbei und man wird unten freundlicher Weise von einem Schlauchboot ins Trockene gebracht. Man muss dazu sagen, dass wir uns für den Kindergarten-Bungee-Jump entschieden haben. Er ist im Vergleich zum 134 Meter Nevis Bungee Jump nämlich nur 43 Meter hoch. Trotzdem hat’s echt Spaß gemacht. Ich wollte eigentlich mit Kopf ins Wasser eintunken. Durfte aber nicht, weil ich zu groß war, und sie nicht wollten dass ich ausversehen zu tief einsinke. Da wollte ich dann auch nicht weiter herum handeln. Zumal mein Leben ja gewissermaßen an deren Bungee-Seil hing. Schön war’s trotzdem. Schlecht geworden ist mir auch nicht. Und für 100 Dollar haben wir dann jeweils auch noch die Bilder und das Video gekauft. Teurer Spaß. Aber man lebt ja nur einmal. Hätte ich vorher gewusst, dass ich die Bilder und das Video nehme, hätte ich womöglich Klamotten angezogen, die zueinander passen und hätte meinen Haaren evtl. noch eine Dusche gegönnt. Aber was soll’s. War ja kein Schönheitstest. Sondern mehr so ein Angsthasetest. Den haben wir zum Glück bestanden. Wären auch schon 3 Dinge von der Lebens-To-Do-Liste abgehakt. Polarkreis überquert (Okay, das war unspektakulär), Fallschirm gesprungen (Hawaii!!) und einen Bungee-Jump gemacht (da wo Bungee Jumping quasi erfunden wurde!!). Wunderschön.
Das Dauergrinsen aus unseren Gesichtern hatte sich erst nach unserem Mittagsschlaf gelegt. Abends waren wir noch ein bisschen weg. In der Worlds Bar habe ich doch tatsächlich den Steve getroffen, den ich aus Sunshine Village in Kanada kenn. Kleine Welt.
Und Olli macht morgen den Nevis Swing. Da hängt man auch an einem Seil, aber schwingt halt hin und her. Über einer 160 Meter hohen Schlucht an einem 130 Meter langen Seil. Das war mir dann zu teuer. Genau wie der 134 Meter Bungee Jump. Wobei dafür nicht nur mein Geldbeutel zu klein war.
Queenstown
Heute waren wir am See und haben mehr gechillt. Abends ging’s auf den Berg hoch. Die 25 Neuseelanddollar für die Gondel haben wir natürlich gespart und sind selbst hoch gestiefelt. Klasse Aussicht, auch wenn es bei uns schon ein bisl dunkel war. Achja, und einen Bungee Jump für morgen haben wir auch noch gebucht. Schon das Buchen hat Überwindung gekostet. Wie wird es dann erst morgen?
Blue Pools, Lake Wanaka und Queenstown
Wir sind recht früh aufgestanden und haben uns in Badesachen tatsächlich noch einmal zu den Blue Pools aufgemacht. Die Brücke, von der aus wir springen wollten ist ca. 6 Meter hoch. Das Wasser war extrem klar, also konnte man sehen, wo man hin springen musste. Mit das größte Problem war die Kälte des Wassers. Ich schätze mal 12°C. Wir haben dann noch einen anderen Einstieg gefunden und sind von ca. 7,5 Metern ins blaue Nass gesprungen. Olli hat sich zuerst gewagt. Er leidet irgendwie an einer komischen Art von Höhenangst… Nachdem er alles einigermaßen überlebt hat, bin ich dann auch gesprungen. Schön war’s. Und kalt. So kalt, dass man sich fast nicht mehr bewegen kann. Ein Kneipbecken ist das reinste Thermalbad im Vergleich zu den Blue Pools. Von der Brücke sind wir dann auch noch gesprungen. Olli hat sogar einen Köpfer gemacht. Ich aufgrund des Absprungs (ein 10cm breiter Holzbalken, auf dem nur ein Fuß Platz hat) lieber nicht.
Nach der morgendlichen Erfrischung ging es dann weiter gen Lake Wanaka. Richtig schön da. Die Berge und der Himmel spiegeln sich im Wasser. Die City selbst ist auch echt schön. Für uns hat’s allerdings nur für einen kleinen Zwischenstopp beim Inder zum Mittagessen gereicht. Danach sind wir weiter nach Queenstown, wo sich die Landschaft nicht wesentlich ändert. Hier ist es auch ganz schön schön. Die Stadt hat mich von der Bauart an Banff erinnert. Im Winter kann man hier auch Skifahren. Außerdem kann man hier so ziemlich alles machen, was das Adrenalinsucher-Herz begehrt. Zumindest wenn der Geldbeutel groß genug ist.
Eingecheckt haben wir im vermutlich stylischsten Hostel das es gibt. Es ist zwar echt teuer, dafür gibt es aber auch Frühstück und Abendessen inklusive.
Franz Josef über Jacksons Bay nach Makaroa
Eigentlich wollten wir bis nach Lake Wanaka oder Queenstown fahren, aber sowohl in Jacksons Bay, als auch in Makaroa war es so schön, dass wir nicht weiter gekommen sind.
In der Jacksons Bay haben wir eine Miniwanderung an einen Sandstrand mit großen Felsen gemacht. Außerdem waren wir im Cray Pot essen, einem kleinen Bus am Straßenrand mit herrlicher Aussicht auf die Jacksons Bay und die Southern Alps. Die Pinguine, die dort in Straßennähe leben sollen, haben wir aber leider nicht gefunden.
Der Sprit hat gerade so für den Rückweg nach Haast gereicht, von wo aus wir uns dann in Richtung Makaroa aufgemacht haben. 8km vor dem Örtchen gibt es die Blue Pools, verschiedene natürliche Becken, deren Wasser so abnormal blau ist, dass man vermuten muss, dass jemand jeden Tag einen LKW Lebensmittelfarbe hineinschüttet. Ein kleiner Weg und zwei Hängebrücken führen zum Ziel. Leider hatten wir unsere Badesachen nicht dabei, weshalb wir nicht baden konnten. Aber vielleicht machen wir das dann morgen.
Geschlafen haben wir in einer Hütte für 4 Personen mit Bad, die wir glücklicher Weise auch noch für uns hatten.
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